Colditz bekommt neue Rettungswache

Stadt Colditz, den 03.06.2020

Michael Kretschmer, Henry Graichen und Robert Zillmann setzen ersten Spatenstich

 

Durchschnittlich 1.600 Rettungseinsätze und Krankentransporte werden jährlich in der Region Colditz gezählt. Die Bausubstanz der 1991 in Betrieb genommene Rettungswach Am Oberanger ist in die Jahre gekommen, sodass ein Neubau unumgänglich ist. Um die Versorgung auch künftig aufrecht zu erhalten, baut der Landkreis Leipzig in der Lastauer Straße - direkt am Kreisverkehr Richtung Europahaus - eine neue Rettungswache. Stationiert sein werden hier je ein Rettungs- und ein Krankentransportwagen. Die Baukosten betragen knapp 1 Millionen Euro. Die Gesamtkosten werden mit 1,2 Millionen Euro veranschlagt.

Hochwassersicher und zentral gelegen

Die neue Rettungswache entsteht nur 100 Meter Luftlinie vom jetzigen Standort entfernt und wird auf einem Grundstück mit einer Fläche von rund 1.300 Quadratmetern errichtet, das der Landkreis Leipzig über das Erbpachtrecht von der Stadt Colditz erworben hat. Die neue Wache wird zentral gelegen, hochwassersicher und verkehrstechnisch gut angebunden sein.

Moderne Ausstattung

Den ersten Spatenstich setzten am Dienstag nach Pfingsten Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmar, Landrat Henry Graichen und Colditz Bürgermeister Robert Zillmann. Henry Graichen verspricht sich durch die neue Rettungswache insbesondere eine bessere Versorgung, da künftig die Dienstzeit auf 24 Stunden am Tag ausgeweitet wird. Auch für die Mitarbeiter werde es einfacher, ihre Pflichten zu erfüllen. Denn neben dem Einsatz erneuerbarer Energien und neuester Technik werden moderne Aufenthalts- und Ruheräume sowie ein großzügiger Sanitärbereich entstehen.

Neue Ausschreibung Ende des Jahres

Derzeitiger Betreiber der Colditzer Rettungswache ist das Deutsche Rote Kreuz Muldental. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass der Betrieb der Rettungswachen alle sieben Jahre neu ausgeschrieben wird. Das ist Ende des Jahres der Fall. In Anbetracht dessen betonte Henry Graichen, dass man hier kein Grund für Veränderungen sehe. Er bedankte sich bei der Stadt Colditz sowie allen weiteren Mitwirkenden und Planern. Besonders der Kirchgemeinde, ohne deren Zustimmung das Vorhaben an dieser Stelle nicht möglich gewesen wäre.

Vorhaben in trockenen Tüchern

Der Regierungschef aus Dresden nahm Bezug auf die zurückliegenden Wochen und zollte den anwesenden Rettungssanitätern seinen Respekt: "Einmal mehr haben Sie gezeigt, was in Ihnen steckt. Vielen Dank für Ihr Engagement und ihre starken Nerven." Michael Kretschmer prognostiziert dem Freistaat Sachsen aufgrund der Corona-Krise ein Steuereinbruch von zwei Milliarden Euro. Das würde sich auch auf die Haushalte der Kommunen auswirken. Deshalb sei es gut, dass "dieses Investitionsvorhaben in trockenen Tüchern ist."

Medizinische Versorgung sichergestellt

Bürgermeister Robert Zillmann freut sich darüber, dass Colditz Rettungswachenstandort bleibt. "Colditz hat sich bewährt. Darüber hinaus wird die Stadt mitsamt den 26 Ortsteilen durch die langfristige Sicherstellung der medizinischen Notfallversorgung aufgewertet."
Doch auch über die Stadtgrenzen hinweg sind die Rettungssaniäter im Einsatz. Das Gebiet umfasst den Großraum Colditz bis zur Landkreisgrenze sowie Teile von Bad Lausick und Grimma. Auch daran wird sich nichts ändern. Vielmehr werden bei Bedarf auch Einsatzorte im größeren Umkreis angesteuert.

 

Foto: Michael Kretschmer, Henry Graichen und Robert Zillmann setzen ersten Spatenstich